Liebe Clubkameraden, liebe Clubkameradinnen,
wir müssen euch leider mitteilen, dass unser Ehrenmitglied Manfred Heuwinkel am 14.03.2026 verstorben ist. Die Traueranzeige könnt ihr HIER einsehen. Diese ist auch am schwarzen Brett ausgehangen.
Die Beerdigung findet am 29. April um 11 Uhr in der Dorfkirche Gatow, Alt-Gatow 32/38, 14089 Berlin, statt.
Der Vorstand
Nachruf (Autor Jürgen Lucht)
Am 14.März 2026 hat unser Clubkamerad und Ehrenmitglied Manfred Heuwinkel seinen letzten Törn angetreten und ist im Alter von 89 Jahren für immer von uns gegangen.
66 Jahre waren wir beide miteinander befreundet, seit 1960, das war mein Eintrittsjahr in den SpYC und Manfred gehörte dem SpYC 69 Jahre an, so dass wir viele Erinnerungen gemeinsam hatten.
Viele Aktivitäten haben wir gemeinsam unternommen, so die vielen schönen Reisen nach Sonthofen, die Reise zur Geburtstagsfeier von Jacky nach Teneriffa, die Donaukreuzfahrt und die Reise zum Nordkap.
Weil wir so viel über die Belange des Clubs geredet haben, kam so manchmal der Verdacht auf, wir wären die Gatow / Kladow Mafia und würden die Geschicke des Vereins vom Wirtshaus Gatow aus lenken.
Dankbar war ich auch für viele Ratschläge von Manfred als älterem Clubkameraden, denn uns trennten ja 10 Jahre und 17 Tage. Als ich so im Alter von 16 Jahren mich mehr um das Segelvergnügen und weniger um die schulischen Leistungen gekümmert habe, wollte ich die Schule hinwerfen und stattdessen, wie Manfred, eine Boots- oder Schiffbauerlehre anfangen. Durch seine guten Beziehungen konnte Manfred mir einen Ausbildungsplatz als Schiffbauer beschaffen. Nachdem der Ausbilder mir erklärte, dass der morgendliche Arbeitsbeginn bei ca. 6:00 Uhr liegt, folgte meine Entscheidung, doch lieber weiter zur Schule zu gehen.
Das waren unsere beiden persönlichen Unterschiede, Manfred stand immer gern sehr früh auf und ich schlafe immer lieber bis in die Puppen.
69 Jahre Clubzugehörigkeit sind eine lange Zeit. Begonnen hat alles im SpYC mit einem Schreiben vom 3.Juli 1957, nachdem Manne durch Lothar Benrowitz, dem Segelmacher am Pichelssee, bekannt auch als Faltenlothar, in den Club eingeführt wurde.
Ich zitiere aus dem Schreiben des damaligen Schriftführers:
Sehr geehrter Herr Heuwinkel,
Aufgrund Ihres Aufnahmegesuches bestätigen wir Ihnen die Aufnahme mit Wirkung vom 1.6.1957 als ordentliches Mitglied ……..der Beitrag beträgt ohne Boot 8,00 DM-W je Monat. Die einmalige Aufnahmegebühr in Höhe von 50,00 DM-W können Sie in zwei Jahresraten bezahlen.
Wie wir Ihnen bereits zugesagt haben, geben wir Ihnen Gelegenheit auf unserem Grundstück neben dem Clubhaus Ihren geplanten Bootsneubau durchzuführen. Auch mit der provisorischen Überdachung des von Ihnen benötigten Arbeitsplatzes sind wir einverstanden. Wir hoffen, dass es Ihnen gelingt, Ihre Jolle als Meisterstück zu erstellen, mit der Sie viele stolze Regattaerfolge zu Ihrer Freude und zur Ehre unseres Clubs erringen können.
Mannes Leben war schon immer mit dem Wassersport verbunden. Gearbeitet hatte er auf der Reinicke Werft, jetzt unser NW-Grundstück, und Drachen gebaut. In dem Schuppen, dort wo heute unserer Opti Haus steht, entstand sein Meisterstück, eine H Jolle. Rückwand an Rückwand zu dem Schuppen entstand dann Anfang der 60iger Jahre der erste Jugendraum, bestens geeignet, um dort weit ab vom Clubhaus die ersten Biere zu trinken und die ersten Kontakte zum anderen Geschlecht zu knüpfen.
Nach seinem Meister kam dann die Selbstständigkeit in seiner Werft am Pichelssee. Vielen Clubmitgliedern war der Weg bekannt, um dort nach einem Termin für eine Bootsreparatur vorsichtig nachzufragen. Den eigenen Betrieb am Pichelssee hat Manfred erfolgreich über viele Jahre bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand geleitet.
Manne war neben seiner Arbeit immer mit dem Segeln und dem Wassersport verbunden, erst als Miteigner an einem Seeschiff, der Wega und dann als Eigner eines eleganten Schärenkreuzers.
1974 hatte sich Manfred mit unserem Clubmitglied Annemarie angefreundet und schließlich haben beide 1976 geheiratet. Annemarie war eine leidenschaftliche Seglerin und fühlte sich im Club heimisch und arbeitete aktiv mit. Ihren Job als
beamtete Amtsrätin gab sie auf, um Ehemann Manfred in seiner Werft am Pichelssee zu unterstützen. Nicht nur im Büro bei der Buchhaltung und beim Rechnungsschreiben, sondern auch handwerklich war sie eine Stütze für Manfred.
Mit ihrem 30er Schärenkreuzer waren beide regelmäßig auf der Havel unterwegs. Annemarie und Manfred verbanden nicht nur die Liebe zum Segelsport, sondern auch die Zuneigung zu den Alpen und zum Allgäu. Da Annemarie auch eine begeisterte Skiläuferin war, haben sie schließlich eine Wohnung in Sonthofen gekauft. Es folgen sehr schöne gemeinsame Urlaubsjahre, die wir als Familie Lucht gemeinsam mit Annemarie und Manfred in Sonthofen verbracht haben. Annemarie, Renate und unsere Tochter Mareike gingen gemeinsam Skilaufen, während Manfred und Jürgen lieber bei einem gepflegtem „Hellen“ und bayrischen Schmankerl die Zeit verbrachten.
Manfred hat viele Schiffe sein Eigen genannt. Dazu fallen mir zwei Geschichten ein.
Viele von uns Clubkameraden haben sich nach einem feuchtfröhlichen Umtrunk auf die Schiffe zurückgezogen. Manfred ist immer lieber in sein Bett nach Hause gefahren oder von Annemarie auch manchmal nach Hause gefahren worden.
Nur einmal nicht, in den 70iger Jahren. Anlass war die 50 Jahr Feier der Schiffergilde auf der Insel Lindwerder, da war er in der Stimmung, mit allen Gildeschwestern und Gildebrüdern und den sonstigen anwesenden Clubkameraden anzustoßen. Nach einigen Bierchen und diversen Cognac war kein Bootfahren mehr möglich. Zum Schluss des Abends war selbst die sonst nicht gerade komfortable 30iger Schäre ein bequemes Nachtquartier, auch ohne Bettzeug und andere Annehmlichkeiten. Am nächsten Tag, ist er nicht wie gewohnt um 5 Uhr morgens aufgestanden, sondern lieber gegen Mittag, nach dem der Kopf wieder durch die Luke passte. Nach einem erholsamen Zwischenstopp auf dem Slipwagen, mit einem Kissen zur Stützung des schweren Kopfes, hat dann Annemarie ihn gen Heimat gebracht. Jahrelang war es eine nette Ermahnung von Annemarie, an den soundundsovielten des Jahres 1977 zu erinnern, wenn der Cognac mal wieder zu gut geschmeckt hat.
Nachdem Manne dann die Schäre an einen neuen Eigner in seiner zweiten Heimat, dem Allgäu, verkauft hatte, wurde der Einstieg in die Regattaszene geprobt und ein Folkeboot namens Manolito, musste her. Mit meiner Wenigkeit
an Bord wurde dann beim TSC in Tegel anlässlich einer Regatta ein Startversuch unternommen und wir kreuzten zum Training hart vor und nicht wie alle anderen hinter der Startlinie, um die bevorteilte Seite auszuloten. Alle anderen kamen uns nach dem Schuss entgegen. Wir hatten irgendetwas mit der Flaggenführung und Startreihenfolge missverstanden und rollten nun das Feld von hinten auf. Mit dem Siegen hat es also nicht so richtig funktioniert.
Nach diesem anstrengendem Regattageschehen wurde doch ein bequemeres Schiff benötigt und die Vindö 40 namens Swanti gekauft.
Last not least folgte das Motorboot Petra. Mit dem Motorboot und einem übernommenen Drachen, den er einst bei der Reinicke Werft gebaut hatte, war die Werftumgebung in der Halle wie in jungen Jahren am gleichen Platz wiederhergestellt.
Auch als Bademeister nahm Manne Anteil am Clubleben; ein Sprung auf die Heinz Kunze endete im kalten Nass, aber bis zur Brust im Wasser stehend, konnte er mit dem Handy noch Annemarie nach trockenen Klamotten rufen.
Ganz besonders hervorheben möchte ich aber seine seit fast 69 Jahren aktive Mitarbeit am Clubleben und für die Belange des Clubs. Er war nicht nur das Clubmitglied, das am längsten in Vorstandspositionen, ob als Takelmeister, Grundstückswart oder Vorsitzender, dem Club gedient hat, nein auch außerhalb seiner Tätigkeit im Vorstand war er immer aktiv. Seine morgendlichen Rundgänge zwischen 6 und 8 haben dazu beigetragen, ständig offenstehende Tore zu schließen, herumliegende unter Spannung stehende Stromkabel zu sichern oder auch nur allgemein für Ordnung zu sorgen.
Auch unser schöner Flaggenmast wurde nach heftigen Diskussionen über die Aufstellrichtung, Gaffel zum Wasser oder zum Haus, unter maßgeblicher Beteiligung von Manfred im Jahr 2007 geplant und aufgestellt und 2013/2014 generalüberholt. All das war mit einem großen Arbeitseinsatz verbunden.
Seine unermüdliche Arbeit über Jahrzehnte für den Club wurde auch mit der Ehrenmitgliedschaft gewürdigt. Das hielt ihn jedoch nicht ab, seine Kraft weiterhin dem Verein zu widmen. Sein Engagement und sein Einsatz waren und sind einfach vorbildlich.
Manfred Heuwinkel hat sich um den Spandauer Yacht-Club über die Maßen verdient gemacht
Am 11.Oktober 2025 hatte Manfred zu seinem 89-zigsten Geburtstag in die Clubmesse eingeladen. Es war sein letzter Besuch im Club. Die letzten Monate vor seinem Tod konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr am Clubleben teilnehmen.
Wir werden Manfred Heuwinkel immer ein ehrendes Andenken bewahren.
Unser Mitgefühl gilt seiner Schwester Bärbel, die häufig aus Kanada zu Besuch bei Manne war und deren Familie.